
Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil entstanden an den meisten deutschsprachigen katholisch-theologischen Fakultäten liturgiewissenschaftliche Institute, während die liturgiewissenschaftliche Forschung und Ausbildung an den evangelischen Fakultäten und evangelischen Kirchlichen Hochschulen meist nur eine Nebenrolle spielte. Auf diesem Hintergrund entwickelten sich Ende der 1980er Jahre Initiativen in der Bischofskonferenz und in der Generalsynode der VELKD, auch an den evangelisch-theologischen Ausbildungsstätten in Deutschland die liturgische Forschung und Ausbildung künftiger Pfarrerinnen und Pfarrer deutlicher zu fördern. 1989 wurde die Gründung eines Liturgiewissenschaftlichen Instituts beschlossen und das damalige Lutherische Kirchenamt in Hannover mit dessen Umsetzung beauftragt. Als Ort wurde die Theologische Fakultät in Leipzig ausgewählt, jene Stadt, die wie keine zweite mit ihren großen Demonstrationen und mit den damit verwobenen Friedensgebeten, also mit Gottesdiensten eigener Art, zu einer politischen Wende in der damaligen DDR beigetragen hatte. Nach den entsprechenden Verträgen und Vereinbarungen zwischen der Universität und der VELKD wurde das Institut im Dezember 1993 gegründet.
Die Leitung des Instituts wird jeweils ehrenamtlich vom Inhaber des Lehrstuhls für Praktische Theologie übernommen. Die (hauptamtliche) Wissenschaftliche Geschäftsführung wird von der VELKD finanziert.
Leitung:
1993 – 2010 Prof. Dr. Wolfgang Ratzmann
2011 – aktuell Prof. Dr. Alexander Deeg
Wissenschaftliche Geschäftsführung:
1997 – 2002 Dr. Jörg Neijenhuis
2002 – 2011 Dr. Irene Mildenberger
2012 – 2024 Dr. h.c. Christian Lehnert
2024 – aktuell PD Dr. Simone Ziemann